Aktuelle Nachrichten
aus dem Neuen Literaturkontor
Erschrecken
Sie bitte nicht angesichts der Schlichtheit unserer Homepage - was für unsere Bücher
gilt, soll auch im Netz ein wenig walten. "Wir bitten um Ihr
Verständnis..."
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Peter von Matt zufolge (Das Wilde und die Ordnung. Zur deutschen Literatur. Hanser, 2007) „ist die Wirklichkeit der deutschen Sprache eine Wildnis von dschungelhafter Vielfalt... Es gibt ein paar breite Straßen quer durch diesen Urwald, aber davon zweigen Seitenstraßen ab und von den Seitenstraßen Wege und von den Wegen Trampelpfade, und dann geht es immer noch weiter ins Ungebahnte. Solche dschungelhafte Vielfalt kennzeichnet auch die deutsche Literatur... Nichts gegen Hauptstraßen, aber wie herrlich sind die Seitenwege, die Trampelpfade und das Ungebahnte. Dahin sollte man die guten Leser führen“ – nochmals herzlich willkommen beim Neuen Literaturkontor!
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Zum Neuen Jahr
wünschen wir allen Freunden des Neuen Literaturkontors alles Gute, und zwar mit dem Gedicht aus einem Bändchen, das ganz am Anfang unseres nunmehr einunddzwanzigeinhalbjährigen Verlages stand: Walter Barnhausens „Der weiße Laptop“. Obgleich heute fester denn je steht, daß wir dem schönen gedruckten Buch aus Papier die Treue halten, faszinierte uns damals auch schon das tragbare elektronische Schreibgerät, auf dem der Autor seine Texte produzierte. Dieses Gedicht wurde bereits in Schulbüchern gedruckt – vielleicht um der E-Generation die Gattung Lyrik näherzubringen?
Weißer Laptop
Weißer
elfenbeinfarbener Laptop
Du bist
erwählt unter denen die da schreiben
Bewahrst
meine Zeichen in Deinen Dateien
Deine
hellen Signale muntern mich auf
Dein
großer Speicher befreit uns für Jahre
Von
jeglicher Enge Du bist rein
Du bist
heller und schöner als alle die
Uns
weissagen was noch geschrieben wird
Dein
Liquid Cristal Display wie Samt
Läßt mich wachen bei Tag und bei Nacht
Erblick
ich das Schimmern des dunklen Blaus
Das
flimmernde Licht in der Abschattung
So gibt
es nicht Unmut noch Unklang
Weißer
Laptop Deine Leichtigkeit freut
Den der
Deine Grenzen stets achtet
Der Du
an der Verbesserung wirkst
Bist
schwer genug viel zu fordern
Wirst
nicht müde Verfehlungen nachzusehen
Prägst
formst durch alltäglichen Magnetismus
Mit
Lichtblitzen voller Vergänglichkeit
Jetzt
reisen wir in die Ferne der Sentiments
In die
Weite der Wörter der Worte der Sätze
Der
Jamben der Strophen der Verse der Oden
Dir
verschreibe ich mich reinen Gewissens
Und
lasse nicht von den Vergleichen
Mit den
Unvollkommenen Imperfekten
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Zur
"Halbwertszeit" unserer Bücher:
Auf einer unserer
Buchhandels-Besuchsreisen empfing uns einmal der Einkäufer einer Buchhandelskette,
der darum gebeten hatte, ihm einige ausgesuchte Bücher aus unserem
Verlagsprogramm zur Ansicht mitzubringen. Als erstes schlug er die
Impressum-Seiten auf und las - mit wachsendem Erstaunen - das jeweilige
Erscheinungsjahr vor: Da waren allen Ernstes Bücher darunter, die älter als
ein, zwei oder fünf Jahre waren...! "Ja, glauben Sie denn", sprach
er mit erhobener Stimme, "Bücher würden nicht veralten?!"
Gegengewichte
Gedichte von Fritz Deppert
96
S. ISBN 978-3-920591-13-1 €
7,50
Bestelladresse: neues-literaturkontor@t-online.de

Frühlingstrotz
Kahlästiger
Waldpark
als läge
noch Schnee.
Anemonen
blühen und
machen
Lust,
Jahreszeiten
zu besingen.
Winterüber
blieb
das Lied
im Hals stecken;
Wörter
drängten sich vor
wie
Störfall und Ozonloch.
Jetzt
gehe ich leichtfüßig
Luft
holen und holze
mein
Winterdenken aus.
Anemonen
blühen schon.
Depperts hier vorgelegte Gedichte
können in gewisser Weise als »Gegengewichte« zu seinem bis dahin eher
gesellschaftskritisch geprägten lyrischen Werk betrachtet werden. Es handelt
sich überwiegend um Naturlyrik, jahreszeitlich gegliedert, von »Frühlingstrotz«
bis »Überwintern«. Die Texte lassen das Gefühl »Natur« lebendig werden, mit dem
Ziel, Natur zu erhalten oder wiederherzustellen. Daneben gibt es auch Gedichte
wie »in der Akademie« und »im Weinlädchen«.
Die Themen der Gedichtesammlung:
1. Frühlingstrotz
2. Sommertage
3.
Herbstversuche
4. Überwintern
5. Unbewältigte
Gegenwart
6. Gedichte in
der Akademie
Fritz Deppert veröffentlichte mehrere Gedichtbände (u.a. »Atemholen«, »Gegenbeweise«, »Atempause«, »Zeitgedichte«), Hörspiele und Kurzgeschichten, er übersetzte Kinderbücher und gab Anthologien heraus.
Herbsttrost mit Nietzsche
Gelb,
dunkler als Galle und Neid,
Rot, heller
als Herzblut und Rost,
die
fallenden Blätter.
Unter den
Füßen Erde, feucht und zäh.
Frischgepflügt
krümeln Äcker dem Nebel zu.
Der wölbt
sie auf zu grauen Hügeln.
Fußgänger,
ich, in der Schneise
zwischen
Acker und Acker,
mit
erdschweren Füßen und kaltem Kopf,
zitiere
Sätze wie
»der bricht
mir noch das Herz«.
Achtung, dieses Buch veraltet nicht !!
Neues Literaturkontor