Walter Barnhausen
Moralische
Gesänge
Prosaminiaturen
ISBN 978-3-920591-79-7
96 S. / € 8
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Nach seinem
Lyrikband "Der weiße Laptop" (1991) und dem Langgedicht "Die
Senioren-Ode" (1997) legt Walter Barnhausen mit den "Moralischen
Gesängen" eine Sammlung kurzer Prosastücke vor. Mit dem erhobenem
Zeigefinger und biblischen Sprachformen spielend, 'singt' er von den uns alle
umgebenden Mitmenschen, von den Abergläubischen und den Sich-Anbiedernden bis
hin zu den Weinerlichen und den Zornigen. Dabei zeugen seine Worte nicht nur
von Arroganz und Scharfzüngigkeit, sondern auch Treffsicherheit, die uns
manchmal leise nicken läßt. So sagt er zum Beispiel von den Häßlichen:
Sieh
um Dich herum die Bauten, die mißratenen, in denen sie wohnen, sieh die Frauen
und Männer, die Jungen und Alten, wie der Anblick ihrer unansehnlichen Leiber
Dich schmerzt. Von übel gemusterten Tüchern in grellbunten Farben bedeckt, mag
wenigstens halbwegs verborgen sein, was unablässig Dein Auge beleidigt
Barnhausens
Betrachtungen enden stets anders als erwartet und dürfen wohl nahezu endlos
ausdehnbar sein - zur Freude des Moralisten, des Religiösen, des Blasphemisten
und weiterer hier noch gar nicht Typisierter und Besungener.
*
Hans D. Mummendey: Der
Moralischen Gesänge Zweiter Teil
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